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Die Alternative Wirtschaft

basisdemokratisch feministisch gewaltfrei ökologisch selbstbestimmt solidarisch




Interview


Ingrid Göschl, Listenerste der Alternativen Wirtschaft in der UBIT

Ingrid Göschl

Ingrid Göschl war bei der Wirtschaftskammer-Wahl 2010 Listenerste der Alternativen Wirtschaft in der UBIT-Wien. Sie ist selbstständige Buchhalterin.

Die Fragen hat kurz vor der Wahl das Redaktionsteam der neutralen Wahlplattform der WKO/UBIT-Wien gestellt, wo das Interview auch veröffentlicht worden ist.

Interview mit Ingrid Göschl

zur UBIT vor der Wirtschaftskammer-Wahl 2010

Für welche wahlwerbende Liste treten Sie an?

Ich trete für DIE ALTERNATIVE WIRTSCHAFT an. Das ist eine neue Gruppierung, die von rund der Hälfte aller Wiener Unternehmen in zumindest einer Fachgruppe gewählt werden kann. Wir sind unabhängig, engagiert, arbeiten ehrenamtlich und erhalten von niemandem organisatorische oder finanzielle Unterstützung.

Die sechs Grundwerte der Grünen Partei sind bei uns uneingeschränkt maßgebend und (als einziger Gruppe) statutarisch festgelegt: ökologisch, solidarisch, selbstbestimmt, basisdemokratisch, gewaltfrei und feministisch. Besonderes Augenmerk legen wir auf - auch innere - Demokratie und solidarische Ökonomie.

Wir verstehen uns als Vertretung jener UnternehmerInnen, die als EPU oder KMU einerseits selbstbestimmt leben und arbeiten wollen, andererseits sozial verantwortlich und solidarisch handeln wollen.

Warum haben Sie sich entschieden, bei dieser Wahl in der Fachgruppe UBIT zu kandidieren?

Die Interessen von EPU und KMU werden bisher wegen der Konzentration von Wirtschaftspolitik - inklusive Kammer - auf die Wünsche finanzstarker Konzerne vernachlässigt. Wir wollen den Gedanken der solidarischen Ökonomie in die Wirtschaftskammer tragen, der gerade für die nur mangelhaft vertretenen Kleinst- bis Mittelbetriebe von Bedeutung ist.

Es gibt berufsspezifische Problemfelder, deren Verbesserung ich ermöglichen will:

  • z. B. dass die selbstständigen Buchhaltungsberufe keine Kapitalgesellschaften bilanzieren und nicht einmal Steuererklärungen für Einnahmen/AusgabenrechnerInnen verfassen dürfen – dies obwohl die BilanzbuchhalterInnen-Prüfung Voraussetzung für die Berufsberechtigung ist
  • z. B. dass die Regelung des öffentlichen Beschaffungswesens für kleine IT-Betriebe unzumutbar ist.
  • z. B. dass die vielfältige Tätigkeit der UnternehmensberaterInnen besser dargestellt werden müsste
  • z.B. dass das Expertenwissen der Telekommunikations-DienstleisterInnen breiter genutzt werden soll

Welche Ziele haben Sie sich für diese Wahl gesetzt?

Ich will zeigen, dass die Zeit für Alternativen, für eine andere Wirtschaftspolitik und für eine andere Kammer gekommen ist. Ich will dazu so viele Stimmen bei der Wahl, dass ich nach der Wahl für die Einbindung der Kammermitglieder in einen wirklich innovativen Neuerungs-Prozess sorgen kann. Ich will die bisherigen Lippenbekenntnisse der etablierten, müden Listen durch Taten ersetzen können.

Im Bereich der selbständigen Buchhaltungsberufe ist mir wichtig, die Berufsberechtigungen zu erweitern sowie kostenlose adäquate Weiterbildungensveranstaltungen im Rahmen der Kammer anzubieten.

Welchen Weg möchten Sie mit der UBIT Wien in den kommenden 5 Jahren gehen?

Ich werde mit jenen konstruktiv und intensiv zusammenarbeiten, bei denen eine weitgehende Übereinstimmung in Sachfragen (siehe wahlkabine.at, aber auch Obenstehendes) besteht, die vorwärts und nicht rückwärts orientiert sind, die für die Grundwerte der ALTERNATIVEN WIRTSCHAFT zumindest Verständnis haben.

Ich werde versuchen, die breite Einbindung der Mitglieder bei der notwendigen Weiterentwicklung der Kammer im Großen und der Fachgruppe im Kleinen sicherzustellen.

Warum sollte man Sie wählen?

  • um ein Zeichen zu setzen
  • um als EPU oder KMU gut vertreten zu sein
  • um "selbstbestimmt" und "sozial verantwortlich, solidarisch" unter einen Hut zu bringen
  • um unabhängigen Leuten ohne Wahlkampf-Ressourcen die ehrenamtliche Mitarbeit in der Kammer zu ermöglichen
  • um die Kammerpolitik zu ändern
  • um erweiterte Berufsberechtigungen zu ermöglichen
  • um bessere Weiterbildungsangebote zu bekommen
  • um die Rahmenbedingungen für kleine Betriebe zu verbessern
  • um den Wirtschaftsstandort durch alternative Herangehensweisen zu stärken
  • um mit (noch) mehr Freude selbstständig sein zu können
  • um einmal eine bessere Welt zu hinterlassen
Für selbstständige BuchhalterInnen:
  • Weil dies die einzige der neun zur Wahl stehenden Listen ist, die eine Buchhalterin an der Spitze hat.

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