Home - Die Alternative Wirtschaft

Die Alternative Wirtschaft

basisdemokratisch feministisch gewaltfrei ökologisch selbstbestimmt solidarisch




Dieser Artikel von Michael Schmid ist ursprünglich in "wien.direkt", der Zeitung der Wiener Grünen, erschienen.

Finanz ohne Karussell


Es wird wieder fleißig spekuliert. Warum das so ist und wie alternative Finanzierungsmodelle aussehen können, zeigt eine aktuelle Studie der Grünen Wien. Von Michael Schmid

Noch krachen in den USA der Reihe nach kleinere Banken. Die großen Geldhäuser hingegen haben sich ganz gut eingerichtet in der aktuellen Krise. Auf beiden Seiten des Atlantiks und mit staatlichem Geld. Damit bleiben selbst die irrwitzigsten Spekulationen ohne Folgen für die Verantwortlichen. Goldene Zeiten für einige wenige, die Verluste trägt ja die Allgemeinheit. Folgerichtig wird schon wieder munter drauflosgezockt. Der Zwang zur Spekulation steckt im System. Im kapitalistischen Finanzsystem. Das allerdings ist kein Naturgesetz sondern gewollt.

Die Wirtschaft und ihr Kernbereich, das Finanzwesen, wird eines der zentralen politischen Themen der nächsten Zeit sein. Damit es möglich ist, auf breiter Ebene umfassenden Diskussionen zu führen und Gegenmodelle zu entwickeln, wurde von den Grünen Wien nun ein Papier zu den Möglichkeiten alternativer Finanzierungsformen erarbeitet. „Gutes Geld“ verfolgt mehrere Ziele. Zum einen werden die Grundlagen des herrschenden Finanzsystems ausführlich erklärt. Da erfährt man, wie eine Bank funktioniert, womit sie ihr Geld verdient, was hinter Begriffen wie Basel II oder Mortgage Backed Securities steckt. Es wird aufgezeigt warum sich die Banken in den vergangenen zwanzig Jahren immer wieder an den Roulettetisch gesetzt haben und wie dies zu den verschiedenen Spekulationskrisen geführt hat. Zum anderen werden die Möglichkeiten und Modelle alternativer Finanzierungen dargestellt. Von den Anfängen der Genossenschaftsbewegung über das Wesen der Mikrokreditvergabe bis zu aktuellen gut funktionierenden Beispielen solidarischer Ökonomie. Die bestehenden sogenannten ethischen Veranlagungen werden einer kritischen Prüfung unterzogen und alternative Banken unter die Lupe genommen. Aus all diesen Erkenntnissen werden zwölf vorläufige politische Forderungen zu wichtigen Maßnahmen im Finanzsektor abgeleitet.

„Gutes Geld“ ist ein Grundlagenpapier, das die Basis für eine breite wirtschafts- und finanzpolitische Debatte bei den Grünen Wien bilden soll. Es gilt dabei zum einen die zwölf vorläufigen Forderungen zu diskutieren und zum anderen das wirtschaftspolitische Profil der Grünen Wien zu schärfen. Ziel ist es, dass möglichst viele an der Diskussion teilnehmen können. „Gutes Geld“ ist darum bewusst einfach geschrieben, sodass auch alle, die sich bis dato nicht mit dem Finanzwesen beschäftigt haben, Bescheid wissen. Das Papier soll in den kommenden Wochen und Monaten auch den Bezirken vorgestellt werden. Zu haben ist es ab sofort als PDF-Dokument beim Landesvorstand.


.